Montag, 13. Februar 2017

MOBILE BETRIEBSSYSTEME 2017



Lange Zeit hatten wir auf dem Markt der Betriebssysteme einen Kampf der "großen Drei", wobei diese bei weitem nicht gleich groß waren:

- Android: Betriebssystem von Google & Co.
- iOS: Apple
- Windows (Phone/Mobile): Microsoft

Daneben gab es noch mehrere anteilsmäßig kleine Systeme wie Blackberry OS sowie mehrere noch kleinere Systeme, darunter viele "Überbleibsel von früher":

- Blackberry OS: für den Blackberry, basiert auf QNX
- Symbian (OS): von Nokia u. a. entwickelt
- Bada: von Samsung, enthält einige Linux-Elemente
- WebOS: von Palm und dann HP, Nachfolge für Palm OS;
                später als Open WebOS freigegeben

---

Inzwischen ist der Markt "aufgeräumter". Es gibt nur noch zwei Systeme, die den Markt dominieren: Android konnte seinen Marktanteil noch einmal ausbauen, iOS verlor Anteile, hält sich aber noch über 10 % und Windows stürzt geradezu ab.
  
- Android: Q3 2016: 87,5 %, steigend [Strategy Analytics]
- iOS: Q3 2016: 12,1 %, fallend [S. A.]
- Windows (Phone/Mobile): Q 3 2016 < 1 %, fallend

Man stellt also fest, dass Android seine Dominanz ausbauen kann. Apples iOS verliert deutlich Marktanteile, ist aber nicht bestandsgefährdet. In den USA kann Apple stärker auftreten, in China ist es stärker unter Druck.
Windows, das mit Windows 10 von Microsoft sehr stark für den Desktopmarkt und dann auch für den Mobilmarkt gepusht wurde, fällt dagegen stark ab. Noch schlechter sieht es für das ohnehin schon schwache Blackberry OS aus.

---

Android ist ein mobiles Betriebssystem, das seit Oktober 2008 dem Markt zur Verfügung steht (erstes Gerät von HTC). Android war ursprünglich ein 2003 gegründetes Unternehmen, dessen Software ursprünglich nur der Ansteuerung von Digitalkameras und dann von Mobiltelefonen generell diente. 2005 wurde Android von Google gekauft. Im November 2007 gab man bekannt, ein mobiles Betriebssystem namens Android zu entwickeln. Android basiert übrigens auf dem freien Betriebssystem Linux, ist aber sehr von Google abhängig.

Da Android frei verfügbar ist, eignet es sich gut für Mobiltelefonhersteller. Das System pilzt aber auch sehr stark auf. Android läuft entsprechend hauptsächlich auf mobilen Architekturen, kann aber auch auf PCs und Notebooks eingesetzt werden (auch als Emulation in einer Virtuellen Box beliebt. 
Kritikpunkte sind die erwähnte Abhängigkeit von Google, obwohl es auf dem freien Betriebssystem Linux beruht, und der relativ laxe Umgang mit Sicherheitseinstellungen.

Versionen (ab 1.5 nach Süßspeisen benannt) :

01: Base
02.0: Éclair
03.0: Honeycomb
04.0: Ice Cream Sandwich
04.4: Kitkat
05.0: Lollipop
06.0: Marshmallow 
07.0: Nougat 

Immer wieder stellt sich auch hier - wie bei Desktop-Systemen - die Frage nach mobilen Systemalternativen. Man denkt hier besonders an Linux.
In diese Richtung gab es einige Versuche, von denen aber die meisten bislang nicht zogen. Eine Ausnahme könnte eventuell Tizen sein.

- Tizen
- UbuntuTouch
- Firefox OS 
- Sailfish OS (Jolla)


Seien wir aber realistisch: Android wird noch auf längere Zeit seine dominante Stellung halten.


QUELLEN:

Wikipedia
Eigenerfahrung
-

http://www.giga.de/downloads/android-6.0-marshmallow/specials/smartphone-betriebssysteme-vergleich-und-marktanteile/
http://t3n.de/news/android-waechst-ios-verliert-705793/
https://www.heise.de/thema/LineageOS



Samstag, 28. Januar 2017

MARQUIS DE SADE, DONATIEN ALPHONSE FRANCOIS



De Sade wurde am 02.06.1740 als Sohn einer traditionsreichen Adelsfamilie mit Kontakten zu den Bourbonen geboren, die aber mit ihrem Vermögen nicht immer gut gewirtschaftet hat.

Angeblich kam es bei de Sade schon bei der Taufe zu Namensverwechslungen. Auch in seinem späteren Leben sollte er mehrere Namen angeben. De Sade wuchs innerhalb seiner Familie in Paris und auf Besitztümern in der Provence auf. Ab seinem zehnten Lebensjahr ging er für vier Jahre auf das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand und danach auf eine Militärakademie. An beiden Institutionen hatte er Probleme mit dem Gruppenzwang.

Am Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) nahm er als Kavallerieoffizier teil. Auch hier hatte er Ärger mit dem Drill. Danach heiratete er 1763 Renée-Pelagie de Montreuil, die zwar aus einer weniger etablierten, aber dafür sehr reichen Familie stammte. 1764 erbte er von seinem Vater das Amt des königlichen Generalleutnants einiger an die Schweiz (Eidgenossenschaft) grenzenden Provinzen.

Sade hatte mit seiner Frau drei Kinder. Gleichzeitig trieb er sich oder verführte Hausangestellte. Bei einigen Orgien soll sie ihn unterstützt haben.
1768 wurde de Sade von einer jungen Frau beschuldigt, sie ausgepeitscht und vergewaltigt zu haben. Schliesslich nahm sie die Anzeige aber gegen eine Geldzahlung zurück.
De Sade verliess trotzdem Paris und zog auf sein Schloss La Coste in der Provence.
1772 gab es neue Anschuldigungen von Prostituierten aus Marseille. De Sade soll sie mit mit Kantharidin versetzten Anisbonbons verführt haben. Eine der Frauen starb daran.
De Sade wurde daraufhin zum Tode verurteilt.

De Sade floh nach Italien und wurde dabei von einer jungen Schwägerin, einem Stiftsfräulein, begleitet. 1777 wurde er aber bei einer Rückkehr nach Paris festgenommen und in Vincennes eingesperrt. Trotzdem wurde das Todesurteil 1778 zurückgezogen.
De Sade blieb aber weiterhin in Haft und brach 1784 aus. Seine Freiheit währte aber nur kurz und er kam in die Bastille. De Sade litt aber nicht übermässig unter seiner Haft, sondern konnte sich Bücher und Speisen von ausserhalb des Gefängnisses kommen lassen. Er begann auch mit der Abfassung eigener Werke.

Das literarische Werk de Sades ist bekannt für seine Beschreibungen sexueller Ausschweifungen. Der moderne Begriff Sadismus erinnert daran. De Sade hat sich aber auch philosophischen Themen gewidmet.
Er war Anhänger der Ideen der Aufklärung und vertrat atheistische Positionen. Er interpretierte die Naturrechtsidee aber so, dass das Recht auf der Seite des Stärkeren liegt. Hierin unterscheidet er sich von anderen Aufklärern wie LaMettrie.
De Sade wollte zwar die gesellschaftlichen Zwänge des Ancien Régime überwinden, darunter die Monarchie und die Herrschaft des Klerus, war aber nicht bereit, auf seine privilegierte Stellung und seinen Besitz zu verzichten.
De Sade wollte das Individuum befreien und vertrat einen rücksichtslosen Hedonismus. In seiner hemmungslosen Hingebung an Naturtriebe forderte er die Straffreiheit für Ehebruch, Inzest und eventuell sogar Mord.

De Sade lebte in einer ereignisreichen Zeit. Gesellschaftliche Umwälzungen standen an. Kurz bevor eine aufgebrachte Menschenmenge am 14.07.1789 die Bastille stürmte, wurde er nach Charenton in die Irrenanstalt gebracht. Im Verlauf der Revolutionswirren kam er 1790 wieder frei.
De Sade schloss sich sogar den Jakobinern an, also einer radikalen Fraktion der Revolutionäre. Als dann aber die Schreckensherrschaft anbrach, wurde er unter Maximilien Robespierre eingesperrt und zum Tode verurteilt. Zur Hinrichtung kam es jedoch nicht mehr, weil Robespierre selber hingerichtet wurde.
Schnell war klar geworden, dass de Sade zwar einige Barrieren des Ancien Régime aufbrechen wollte, aber keine Lust verspürte, vom Hedonismus zur Askese überzuwechseln.
Als 1795 das Direktorium an die Macht kam, konnte de Sade als freier Bürger leben, musste aber seinen Besitz verkaufen.
1801 wurde er unter Napoleon Bonaparte erneut eingesperrt und 1803 für geisteskrank befunden und wieder in Charenton eingesperrt. Napoleon wollte die nationale Moral straffen, obwohl er selber sexuell ausschweifend lebte. De Sade nutzte seine erneute Gefangenschaft wieder literarisch produktiv und schrieb biographische Romane und Theaterstücke. Am 2. 12. 1814 starb er nach einer Orgie in Charenton im Alter von 74 Jahren.


QUELLEN UND LITERATUR:

Wikipedia
-
Walter Lennig: Marquis de Sade; Hamburg 1965

Freitag, 23. Dezember 2016

JOHANNES HIRSCHBERGER ÜBER NIETZSCHE

J. H. nennt NIETZSCHE den "dritten umstürzlerischen Geist des 19. Jahrhunderts". Nr. 1 und 2 sind Marx und Kierkegaard.
"Mit Marx scheint er sich allerdings nie befaßt zu haben, und auf Kierkegaard wurde er zu spät aufmerksam. Im übrigen wäre ihm der erstere zu pöbelhaft, der letztere zu christlich gewesen."
N. fühle sich "als der große Einsame, als der radikalste aller Denker, als eine Zeitenwende" (ganz schön viel auf einmal!). N. meint-ganz bescheiden-daß sich an seinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen" werde, "an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab". Er widerspreche, wie noch niemals zuvor widersprochen wurde. Die Wahrheit werde mit der Lüge von Jahrtausenden, damit meint er wahrscheinlich das Christentum, in den Kampf treten. Dann werde es große Erschütterungen geben. J. H. bezeichnet dies allerdings als "Theaterdonner".
Heidegger meinte übrigens, daß N. gar nicht der Nihilist war, der er gerne sein wollte. Erst mit ihm, Heidedegger, komme etwas ganz Neues, nämlich das Sein höchstpersönlich.-Und was kommt dann?-Wahrscheinlich nicht mehr viel.
---
Johannes Hirschberger: Kleine Philosophiegeschichte

Sonntag, 23. Oktober 2016

ZUKUNFT, WAHRSCHEINLICHKEIT, WIRKLICHKEIT: NACH C. B. SNOW UND J. W. DUNNE

Nach CHET. B. SNOW sei die Zukunft nicht starr festgelegt und vorherbestimmt. Sie sei lediglich ein Ereignis aus einer ganzen Reihe von Wahlmöglichkeiten.
Der Mathematiker J. W. DUNNE hält Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gar für eine Illusion!
AUS: JOHANNES VON BUTTLAR: 
Nach J. v. BUTTLAR, "Gottes Würfel", verringern sich die Wahlmöglichkeiten, wenn wir uns auf ein Ereignis zubewegen, bis es immer unvermeidlicher wird. Wahlmöglichkeiten gebe es immer noch bis zum berühmten "point of no return". Die Welt bestehe aus Wahrscheinlichkeiten, die zur Verwirklichung freistünden. Wirklichkeit sei demnach realisierte Wahrscheinlichkeit.
---